Homepage erstellt am:

10.03.2008

letzte Aktualisierung:

15.09.2015

Für Zuchteinsteiger: Begriffe rund um die Zucht von Pferden

Wenn im Frühjahr übermütige Fohlen über die Weiden tollen, ist das so schön und niedlich anzusehen, dass man Stutenbesitzern den Wunsch nach einem eigenen Fohlen kaum verdenken kann. Besonders für Reiter, die sich dem Pferdesport nur aus Leidenschaft und nicht aus beruflichen oder finanziellen Interessen widmen, ist die Zucht mit der eigenen Stute ein ganz besonderes, hoch emotionales Erlebnis.

Was gibt es Schöneres, als aus der geliebten Stute ein Fohlen zu ziehen, es aufwachsen zu sehen und seine Ausbildung selber zu beeinflussen? Das ist wie beim Kinder kriegen: Das eigene Fohlen ist immer das schönste und beste. Doch zuviel Emotionalität bringe in der Pferdezucht oft mehr Schaden als Nutzen, so der renommierte Züchter.  Hobbyzüchter sollten sich bei der Entscheidung von einem Fachmann beraten lassen und sich vorab gut über die Grundlagen, finanziellen Folgen und Risiken informieren. Gerade in der heutigen Zeit, in der es oft schon schwierig ist, gute Pferde zu verkaufen, ist es unverantwortlich, Pferde zu züchten, die eventuell die charakterlichen oder gesundheitlichen Mängel der Eltern erben und die dann keiner haben will.

Stimmt die Kasse?

Um es vorweg zu nehmen: Rein rational gesehen gibt es weitaus mehr Gründe, die gegen als für das Fohlen von der eigenen Stute sprechen. Denn Zucht bleibt selbst mit großem Fachwissen am Ende ein bisschen ein Glücksspiel: Man kann nie sicher sein, was für ein Fohlen eine Anpaarung ergibt, ob es nicht vielleicht ganz anders als die Mutter wird und wie sich das Tier entwickelt. Auch renommierte Gestüte ziehen nur selten echte Überflieger. Dieser Unsicherheitsfaktor macht Züchten spannend, kann aber auch große Enttäuschungen und finanzielle Verluste bedeuten. Sicher haben nur wenige Hobbyzüchter im Sinn, mit dem Verkauf ihres Fohlens reich zu werden – eine Möglichkeit, die sowieso kaum wahrscheinlicher als ein Sechser im Lotto ist –, doch selbst die Idee, durch ein selbst gezogenes Fohlen an ein günstiges Reitpferd zu kommen, ist in der Regel ein Trugschluss. Decktaxe, Tierarzt- und Hufschmiedrechnungen, anfallende Transportkosten, Futter- und Haltungskosten summieren sich. Bei einem durchschnittlichen Hengst mit einer Decktaxe von 100 bis 800 Euro muss man für ein Fohlen mit insgesamt mindestens 2.500 bis 3.500 Euro rechnen. Kommen außerplanmäßige Tierarzt- oder Schmiederechnungen dazu, kann es schnell um ein Vielfaches teurer werden. Bis das Fohlen angeritten werden kann, vergehen nicht nur etliche Jahre, sondern es flattern noch zahlreiche weitere Rechnungen ins Haus. Bis das Pferd drei Jahre alt ist fallen etwa Kosten von 6.000 bis 7.000 Euro an. Dazu kommt, dass man nie weiß, ob man das Fohlen gesund groß bekommt. Und auch wenn kein Unfall und keine Erkrankung dazwischen kommen, kann es passieren, dass das Pferd nicht das erhoffte Spring- oder Dressurtalent mitbringt. Dann hat man etliche tausend Euro in das Tier investiert, kann es aber, wenn überhaupt, nur für einen Bruchteil der Aufzugskosten verkaufen.

Sollte ich züchten?

Ein Fohlen zu ziehen ist eine Entscheidung, die viel Verantwortung mit sich bringt und reiflich überlegt sein will. Folgende Fragen sollten Sie bejahen können:

 Ist Ihre Stute völlig gesund? Wenn nicht – hat der Tierarzt ausgeschlossen, dass die Probleme vererbbar sind und dass die Trächtigkeit und Geburt die Stute nicht noch weiter belasten?

 Ist das Exterieur Ihrer Stute korrekt?

 Hat sie einen einwandfreien Charakter?

 Bei Erstbedeckungen: Ist Ihre Stute mindestens drei, besser vier Jahre alt und nicht älter als 16?

 Haben Sie genügend Zeit, um sich intensiv um die tragende Stute und später das Fohlen kümmern zu können? Haben Sie Freunde/Familie, die Ihr Hobby teilen und Sie notfalls unterstützen können?

 Haben Sie kalkuliert, wie viel Sie das Fohlen kosten wird? Haben Sie finanzielle Rücklagen, um bei Krankheiten von Fohlen und Stute oder anderen Zwischenfällen die eventuellen Mehrkosten aufbringen zu können?

 Sind Stall und Weide für die tragende Stute und später das Fohlen geeignet?

 Können Sie dem Fohlen ermöglichen, artgerecht aufzuwachsen?

Was der Hobbyzüchter mitbringen muss

Natürlich ist Züchten keine reine Geldfrage. Der angehende Hobbyzüchter sollte nicht nur ein ausreichend großes Finanzpolster für alle einkalkulierbaren Kosten und eventuelle zusätzliche Ausgaben mitbringen, sondern dem Fohlen auch artgerechte Aufzuchtsbedingungen und eine solide Ausbildung bieten können. Dazu gehören eine Menge Sachkenntnis oder zumindest der Wille, sich dieses anzueignen und sich von Profis helfen zu lassen, Zeit und die Bereitschaft, seine eigenen Träume unter Umständen hinten an zu stellen. So romantisch die Idee, Stute und Fohlen im Reitstall um die Ecke stehen zu haben und den kleinen Vierbeiner täglich wachsen zu sehen, auch ist – mit artgerechter Haltung hat das meist nichts zu tun. Hochtragende Stuten brauchen eine ruhige Umgebung, eine geräumige Abfohlbox und Menschen, die ihnen bei Schwierigkeiten helfen können. Junge Pferde benötigen ausreichend Artgenossen, auch gleichaltrige, um ihr Sozialverhalten zu entwickeln, frische Luft und reichlich Auslauf. „Das schlimmste, was man einem jungen Pferd antun kann, ist falsche Haltung, die meiner Meinung nach Hauptgrund für spätere gesundheitliche Probleme ist. Junge Pferde sollten nicht den ganzen Winter in weich eingestreuten Laufställen stehen – das ist Gift für die Pferdebeine. Für den Besitzer bedeutet die artgerechte Haltung von Absetzer und der hoch tragenden Stute unter Umständen, dass er längere Fahrtwege zu einem geeigneten Stall und damit auch höhere Kosten und eventuell weniger Zeit mit seinen Tieren in Kauf nehmen muss.
Wer das Fohlen behalten möchte, sollte sich schon im Vorfeld Gedanken über die spätere Ausbildung machen. Haben Sie genügend Erfahrung, Zeit und Geduld, das Pferd selber anzureiten? Oder das nötige Geld, das Pferd von einem Profitrainer ausbilden zu lassen?

Beurteilung der Stute

Nicht jede Stute eignet sich zur Zucht. Unbedingt verzichten sollten Sie auf das eigene Fohlen, wenn die Stute möglicherweise vererbbare Mängel oder schwere Exterieurfehler mitbringt. Egal ob es sich um eine Prämienstute oder ein Tier mit Erfolgen beim Turnier handelt – wenn die Stute mit acht Jahren zum Beispiel eine Hufrollenentzündung bekommt, gehört sie nicht in die Zucht. Unabdingbar ist auch der einwandfreie Charakter der werdenden Mutter. Untugenden wie Weben, Koppen oder Schlagen werden möglicherweise durch die Gene oder aber durch die Vorbildfunktion der Stute ans Fohlen weiter gegeben. Sehr nervöse, aggressive und menschenscheue Stuten erschweren außerdem die nötigen Untersuchungen vor und nach der Geburt, nötige Geburtshilfe und den Umgang mit dem Fohlen.
Die werdende Mutter sollte mindestens drei, besser vier Jahre alt sein, damit das Fohlen nicht das unreife Knochengerüst unnötig belastet. Wird sie zum ersten Mal gedeckt, sollte die Stute möglichst nicht älter als 16 Jahre alt sein. Forscher von der Universität in Idaho fanden heraus, dass Stuten, die 18 Jahre und älter sind, 30 Prozent schlechter aufnehmen als jüngere Stuten. Außerdem war die Wahrscheinlichkeit des Verfohlens höher.
Eine gründliche Tierarztuntersuchung ist vor jeder Bedeckung ein Muss. Das gilt besonders, wenn die Stute gesundheitliche, nicht vererbliche Probleme hat. Hier muss geklärt werden, ob sie durch die Trächtigkeit und Geburt nicht zusätzlich belastet würde.
Falls vorhanden, sollten Sie sich bei früheren Besitzern über die Zuchtgeschichte der Stute informieren. Wie geht sie mit ihren Fohlen um? Waren die Fohlen gesund? Wie haben Sie sich entwickelt?

Auswahl des Vaters

Schönheit und Erfolg sind bei der Auswahl des Hengstes viel weniger entscheidend als die Frage, ob er zu Ihrer Stute passt. Lassen Sie sich in diesem Punkt unbedingt von einem erfahrenen Züchter beraten. Hat der Hengst da Stärken, wo Ihre Stute Schwächen hat? Ob ein Fohlen die überragenden Gänge des Vaters erbt oder das schwächere Gangvermögen der Mutter, ist kaum vorauszusehen, doch die Wahrscheinlichkeit für gutes Gangwerk ist immerhin deutlich höher, als wenn der Hengst ausgerechnet in diesem Punkt auch eine Schwäche zeigen würde. Überlegen Sie sich schon bei der Auswahl des Deckhengstes, was Sie mit dem Fohlen später einmal machen wollen. Soll es ein Springpferd werden? Oder unter dem Westernsattel gehen?

Auch aus der Abstammung des Hengstes lassen sich mit Erfahrung zahlreiche Schlüsse ziehen. Das ist eine Wissenschaft für sich, bei der man die verschiedenen Blutlinien und ihre Vererbungseigenschaften gut kennen sollte und zu guter Letzt noch das richtige Quantum Intuition braucht.
Weitaus einfacher für den Laien zu beurteilen sind die bereits vorhandenen Nachkommen des Hengstes. Denn noch lange nicht jeder überdurchschnittliche Hengst zeugt auch überdurchschnittliche Fohlen. Vererbt der Hengst eher seinen Typ weiter oder ähneln die Fohlen mehr ihren Müttern? Zeigen sie Veranlagungen für bestimmte Disziplinen?

Mögliche Hengste finden Sie durch Deckanzeigen, Hengstschauen oder auf Gestüten. Wenn irgendwie möglich, sollten Sie sich den Hengst live anschauen.  Und das am besten nicht im aufgeputschten Zustand auf einer Hengstschau, sondern Zuhause. Wenn ich sehe, wie sich ein Hengst verhält, wenn er aus dem Stall geführt wird, auf der Weide läuft oder im heimatlichen Stall unter dem Sattel arbeitet, kann ich mir ein viel besseres Urteil über seinen Charakter, seine Ausstrahlung und seine Rittigkeit erlauben.  Wenn Sie den Hengst anschauen, können Sie gleich den Stall begutachten, in dem Ihre Stute möglicherweise gedeckt wird. Wie ist die Hygiene, wie sind Haltungs- und Fütterungsbedingungen? In welchem Pflegezustand sind die Pferde?

To do-Liste für Hobbyzüchter

Vor dem Decken:
 Beratung durch den Tierarzt und eventuell einen erfahrenen Züchter, ob die Bedeckung der Stute aus gesundheitlichen und züchterischen Gesichtspunkten vertretbar ist.

 Auswahl des Deckhengstes. Schauen Sie sich auch seine Nachkommen an und nehmen Sie die Haltungs- und Deckbedingungen beim Hengsthalter unter die Lupe.

 Rossekalender schon mehrere Monate vor dem Decken führen.

 Deckschein beim Zuchtverband anfordern.

 Tupferprobe

Bei Trächtigkeit:
 Suchen Sie frühzeitig einen Stall für die Stute, in dem sie die Trächtigkeit in artgerechter Haltung verbringen kann und eine ruhige, überwachte Abfohlbox hat, sowie einen geeigneten Aufzuchtsstall für das Fohlen.

Bürokratisches

Möchten Sie ein Fohlen der gleichen Zuchtrichtung wie Ihre Stute, die im Stutbuch eines Zuchtverbandes eingetragen ist, muss die Wahl auf einen eingetragenen Deckhengst der Landespferdezucht fallen. Welche Hengste auf welchen Deckstationen aufgestellt sind, erfahren Sie beim jeweiligen Zuchtverband, oder finden Sie in dem Hengstverteilungsplan auf der Homepage.  Im aktuellen „Jahrbuch für Pferdeleistungsprüfungen“ der Deutschen Reiterlichen Vereinigungen steht außerdem ein Verzeichnis der privaten Hengsthalter.
Wer seine Stute zum ersten Mal decken lässt, benötigt einen Deckschein vom zuständigen Verband, dem jeweiligen Landeszuchtverband oder einem speziellen Zuchtverband für Rassen wie Isländer, Araber oder Traber. Diesen legen Sie beim Hengsthalter vor. Bei einer künstlichen Besamung wird der Deckschein vom Tierarzt oder Besamungswart ausgefüllt.
Nach der Geburt können Sie das Fohlen beim Zuchtverband eintragen lassen. Falls die Stute keine vollen Papiere hat, bekommt es entweder „weiße“ oder „rote“ Papiere. Für einen „roten“ Fohlenschein müssen mindestens zwei vollständige Generationen (Eltern und Großeltern) mütterlicher- wie väterlicherseits nachgewiesen werden können.

Richtiges Timing entscheidet

Die Decksaison dauert in der Regel von Februar bis Juli. Ein guter Zeitpunkt zum Decken sind die Monate Mai bis Juli. Die Produktion der Fruchtbarkeitshormone steigt im Frühjahr mit zunehmender Tageslänge, im Frühsommer ist die Wahrscheinlichkeit für befruchtungsfähige Eizellen am höchsten. Und das aus gutem Grund: Ein in dieser Zeit gezeugtes Fohlen würde im folgenden Jahr im April oder Mai zur Welt kommen, genau richtig, um von der warmen Jahreszeit und der durch frisches Gras gehaltvollen Muttermilch zu profitieren.
Auch wenn mehrere Studien belegt haben, dass das natürliche Decken, in dem der Vererberhengst mit einer Gruppe von Stuten für eine bestimmte Zeit frei zusammen lebt, die besten Befruchtungsergebnisse bringt, wird es eigentlich nur noch bei Robustpferderassen praktiziert. Nachteile der Methode sind, dass die Stute länger beim Hengsthalter bleiben muss und erhöhte Verletzungsgefahr, auch bei Raufereien zwischen den Stuten, besteht.
Für die vom Menschen gesteuerte Bedeckung, also den Natursprung oder die künstliche Besamung, ist das richtige Timing entscheidend. Der Eisprung erfolgt während der Rosse, der genaue Zeitpunkt hängt vom einzelnen Tier ab und kann vom Tierarzt durch das Abtasten der Eierstöcke oder eine Ultraschalluntersuchung ermittelt werden. Der Zyklus dauert ungefähr drei Wochen, in den Wintermonaten setzt die Rosse häufig aus. Für angehende Züchter ist es sinnvoll, einen Rossekalender über mehrere Zyklen zu führen. So kann man den Decktermin und den Zeitpunkt für die tierärztliche Untersuchung besser bestimmen. Markieren Sie im Kalender Beginn und Ende der Rosse sowie ihre Intensität an den einzelnen Tagen. Bevorstehende Rosse kündigen viele Stuten mit Unruhe oder Empfindlichkeit an. Während der leichten Rosse sucht die Stute die Nähe von Wallachen und Hengsten, quietscht bei Berührung und hebt den Schweif. Hebt sie den Schweif und „blitzt“ (Zucken mit den geschwollenen Schamlippen) hat sie das nächste Stadium erreicht. Die Hochrosse, in der die Stute aufnahmefähig ist, zeigt sie durch breitbeiniges Stehen, häufiges Blitzen und das Absetzen von Harn an. Zeigt die Stute ihre Rosse nicht oder kaum an, hilft es häufig, sie eine Weile beim Hengsthalter einzustellen. In der Gegenwart des Hengstes werden die Anzeichen meist deutlicher. Falls nicht, kann der Tierarzt den idealen Zeitpunkt zum Bedecken feststellen. Der ist zwischen 24 und sechs Stunden vor dem Eisprung. Die Eizelle kann etwa 24 Stunden lang befruchtet werden, die zweite Bedeckung erfolgt normalerweise nach 48 Stunden.
Die Rosse ist auch der richtige Zeitpunkt für eine Tupferprobe, die von den meisten Deckstationen verlangt wird. Dazu nimmt der Tierarzt mit einem sterilen, langen Wattestäbchen eine Probe vom Muttermund oder beim Natursprung der Klitorisgrube. Bei „positiver“ Tupferprobe wurden krank machende Bakterien entdeckt, die eventuell den Hengst anstecken und die Trächtigkeit verhindern könnten. Die Ursachen müssen so lange behandelt werden, bis die Tupferprobe negativ ist. Wichtig ist natürlich auch, dass die Stute geimpft und regelmäßig entwurmt ist.

Natursprung oder künstliche Besamung?

Wie die Stute gedeckt wird, entscheidet in der Regel der Hengsthalter. Die künstliche Besamung, die sich in vielen Zuchtrichtungen durchgesetzt hat, in der Vollblutzucht allerdings verboten ist, hat den Vorteil, dass Sie sich lange Transportwege sparen und sogar ausländische oder zum Teil sogar bereits verstorbene Deckhengste wählen können. Deckverletzungen sind ausgeschlossen, das Infektionsrisiko gering. Das natürliche Fortpflanzungsverhalten wird allerdings völlig ausgeschaltet und manche Stuten nehmen erst nach mehren Anläufen oder gar nicht auf. Auch beim Decken an der Hand wird das natürliche Sexualverhalten weitgehend unterbunden. Das ungestörte Kennenlernen und Werben des Hengstes ist nicht möglich. Sprechen Sie das genaue Vorgehen beim Deckakt und auch die finanzielle Regelung mit dem Hengsthalter ab. Manche Hengsthalter berechnen beim Decken nur die Hälfte der Decktaxe. Die andere Hälfte wird bei Geburt des lebenden Fohlens fällig. Andere nehmen den vollen Betrag. Nimmt die Stute nicht auf, kann man dafür aber dann oft innerhalb der Decksaison wiederkommen oder bekommt im nächsten Jahr Rabatt. Zur Decktaxe kommen noch die Kosten für die Unterbringung der Stute beim Hengsthalter hinzu. Bei den Deckstationen der Landgestüte können Sie die Stute gleich nach erfolgreichem Decken wieder mit nach Hause nehmen, müssen aber unter Umständen mehrere Fahrten machen, wenn die Stute nicht sofort aufnimmt.
Den Embryotransfer, bei dem die befruchtete Eizelle des Muttertiers einer anderen Stute eingepflanzt wird, setzt man in seltenen Fällen ein, in denen wertvolle Stuten weiter im Sport eingesetzt werden sollen oder aus gesundheitlichen Gründen auf die Trächtigkeit verzichten sollen. Für Hobbyzüchter ist die Methode wegen der hohen Kosten und des hohen Aufwands nicht geeignet.

Schwangerschaftstest

Bleibt die Stute „güst“, wie Züchter sagen, das heißt, sie wird nicht tragend, kann das verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel dass der Zeitpunkt für den Deckakt nicht optimal gewählt war. Starkes Über- oder Untergewicht sowie andere gesundheitliche Probleme stören Stoffwechsel und Hormonhaushalt. Der Zyklus kann auch durch hohes Alter der Stute, falsche Haltung oder Stress aus dem Lot geraten. Manche Stuten nehmen nur mit bestimmten Bedeckungsmethoden auf. Doch nicht immer liegen die Gründe bei der Stute. Auch die Spermaqualität des Hengstes kann durch diverse Einflüsse vermindert sein.
Rund 30 Tage nach dem letzten Decken kann der Tierarzt durch eine rektale oder vaginale Untersuchung die Trächtigkeit feststellen. Erstes Indiz ist das Ausbleiben der Rosse. Bis zum dritten Monat schwimmt die befruchtete Eizelle frei in der Gebärmutter und kann bis zum Einnisten ohne erkennbare Anzeichen resorbiert werden. Der Tierarzt kann dieses frühzeitige Ende der Trächtigkeit etwa am 40. Tag durch eine Ultraschalluntersuchung anhand einer deformierten Fruchtblase erkennen. Ab dem 45. bis 50. Tag wächst die Sicherheit, dass die Stute trächtig bleibt. Jetzt kann die Trächtigkeit auch anhand einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Nun heißt es warten und sich auf den großen Augenblick vorbereiten: nach 320 bis 360 Tagen kommt Ihr Fohlen zur Welt.