Homepage erstellt am:

10.03.2008

letzte Aktualisierung:

21.02.2016

Auseinandersetzung, Vorbereitung und Durchführung (mit) einer Hengstkörung

1. Grundlagen und Informationen zum Thema „Hengstkörung“

- informieren Sie sich als erstes über Zuchtziele, Zuchtprogramme, Abstammungsvoraussetzungen, soll der Hengst direkt an dem Zuchtprogramm teilnehmen oder lediglich als „Veredler“

- nehmen Sie sich den Equidenpass des Hengstes vor und studieren Sie ihn genau, passen die Abstammungen, wie ist der Status der Eltern, Großeltern etc., sind prämierte Tiere oder sogar Elitetiere bzw. Staatsprämientiere dabei

- checken Sie die Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Zuchtprogramm, welches Sie für den Hengst herausgesucht und als geeignet einstufen

- seien sie ehrlich: Können Sie mit der Teilnahme des Hengstes an dem Zuchtprogramm und der damit verbundenen Körung einen Zuchtfortschritt fördern oder handelt es sich um eine „Liebhaberkörung“?

- können Sie die Anforderungen an einen Hengsthalter dauerhaft oder zumindest auf längere Sicht erfüllen?

- informieren Sie sich schon jetzt über die Markt- und Absatzlage für die späteren Fohlen (ist der Markt schon jetzt nicht ausreichend groß, und die Fohlen können nicht verkauft werden, so kommt es, egal, welcher Grund dahinter steckt, IMMER auf den Vater, also den Hengst zurück (der Buschfunk funktioniert leider immer und auf schlechtere, wenn möglicher Weise auch unwahre Nachrichten noch besser…)

- prüfen Sie, ob Sie den Hengst nur zur Zucht, zur Freizeithaltung (beides ist im Freizeitsektor recht unproblematisch möglich- auch gibt es die Möglichkeit des Einsatzes in der künstlichen Besamung) oder soll er im Sport eingesetzt werden (dann bleibt die vererbungstechnische Seite zwangsläufig auf der Strecke)

- und nicht zu vergessen: das Alter des Hengstes (im höheren Alter kann ein Hengst zwar noch immer gekört werden, aber fragen Sie sich, ob es nicht einfacher für ihn wäre, wenn er dann lediglich in Hengstbuch II eingetragen wird (die Fohlen sind „aufstiegsberechtigt“ und erhalten genauso Zuchtpapiere wie von  einem gekörten Hengst) und den Stress einer Körung sowie die doch nicht zu vernachlässigenden Strapazen einer Hengstleistungsprüfung, etwa einem 30 oder 70Tage-Test auf Station

- das zumeist beste Indiz für einen zukünftigen gekörten Deckhengst ist die bei fast allen Zuchtverbänden recht kostengünstig erhältliche „Vormusterung zur Körung“: dabei werden von einem Zuchtleiter oder Zuchtberater, welcher unmittelbar aus der Materie stammt, die Bedingungen einer späteren Körung überprüft und Sie können bereits jetzt erfahren, ob Ihr Hengst diese voraussichtlich erfüllen würde

2. Ausbildung und Vorbereitung des Hengstes

- idealerweise haben Sie jetzt noch mehrere Monate Zeit, die Vorbereitungen zur Körung in Ruhe zu absolvieren

- testen Sie die Veranlagung Ihres Hengstes: springt er gern frei, gefällt im Bodendressur, reiten Sie ihn bereits oder fahren ihn (dann ist natürlich alles gleich viel leichter), etc.

- besorgen Sie sich am besten beim Zuchtverband Ihrer Wahl die Körungsabläufe und spielen Sie diese jetzt schon immer wieder durch

- üben Sie mit Ihrem Hengst das Vorführen, flüssiges Laufen an Ihrer Seite (vergessen Sie Ihre eigene Kondition nicht, es kommt immer wieder vor, dass der Hengst gern vorwärts möchte und hat seinen Menschen im Schlepptau)

- bringen Sie ihm bei, auf Ihre Anweisung hin, stillzustehen, mit dem Füßen da, wo Sie es wollen

- bringen Sie im bei, auf Anweisung so schnell und schwungvoll an Ihrer Hand zu traben, dies bringt leicht Punkte in der Kategorie Gang und Schwung und erhöht die Noten im Gesamteindruck

- sofern für die Körung eine Freisprungprüfung zu absolvieren ist, erfragen Sie bei Ihrem Zuchtverband, welche Hindernisse in welchen Abständen gefordert werden (die Höhe und Abstände sind von Rasse zu Rasse verschieden), üblicherweise erfolgt jedoch der Sprung über ein Cavaletti, dann einen kleineren Steilsprung und im Anschluss ein Hoch-Weitsprung, in Form einer Tripplebarre oder Oxers, trainieren Sie Ihren Hengst darauf (auch auf die Gertenhilfen, wobei die Peitschenführer zumeist vom Zuchtverband während der Veranstaltung gestellt werden)

- üben Sie auch das anschließende Einfangen, ein wild umherlaufender Hengst sammelt gewiss keine Zusatzpunkte im Umgang und der Gesamtnote

- üben Sie die Vorstellung in Stand, Schritt und Trab auf dem Pflaster und prüfen Sie ggf. den Beschlag Ihres Hengstes (Rutschgefahr möglich ohne Stollen)

- trainieren Sie Ihren Hengst darauf, wenn Sie mit ihm arbeiten oder ihn sodann auf der Veranstaltung vorführen, dass er andere Pferde bzw. sogar Hengste konsequent zu ignorieren hat (selbstverständlich sollte er die übliche Begrüßung (Ohrenspitzen, Blickkontakt, leichtes, leises Wiehern oder Schnauben) tätigen dürfen, wobei jedoch Steigen und Springen an der Hand Schlagen mit den Vorderhufen bzw. dem Kopf oder das typische wütende „Hengstgebrüll“ absolut nicht gewünscht sind

- melden Sie Ihren Hengst bei einer öffentlichen Körveranstaltung Ihres Zuchtverbandes oder einer persönlichen Terminkörung bei Ihnen auf dem Hof (zu beachten: bei weiten nicht alle Zuchtverbände bieten diesen Service an, auch ist der Kostenfaktor [doppelte Körgebühr – lohnt sich meist nur bei sehr weiten Anreisestrecken] nicht unerheblich)

- sofern noch Gentests erforderlich sind, z. B. bei Araberhengsten eine SCID-Prüfung oder bei Irish Cobs und Irish Cob Crossbreds eine Abstammungsprüfung, müssen Sie diese jetzt über ein Genlabor in Auftrag geben und den Körungsunterlagen beifügen

3. unmittelbare Vorbereitung

- organisieren Sie rechtzeitig den Hufschmied, den Transport, sofern sie Ihn nicht selbst durchführen, prüfen Sie den Impfstatus Ihres Hengstes und die Vollständigkeit der Papiere und der Abstammungsnachweise, sofern vorhanden

- erstellen Sie sich vorab eine Liste der Gegenstände und Utensilien, die Sie zur Veranstaltung mitnehmen möchten (es sind Leute bekannt, die alles, aber auch wirklich alles mithatten und das Pferd im Stall vergessen hatten!)

- üblicherweise haben Sie mit der Anmeldung das Formular „tierärztliche Bescheinigung zur Körung“ erhalten, dass Sie nun, 10-14 Tage vor dem Körungstermin, Ihrem Tierarzt vorlegen, damit die Tauglichkeitsuntersuchung Ihres Hengstes durch diesen vorgenommen werden kann (ohne diese Bescheinigung erfolgt keine Körung!)

- werden Sie sich jetzt spätestens klar, ob Sie oder eine andere Person Ihren Hengst vorstellen (die Aufregung Ihrerseit sollte nicht unterschätzt werden und wird von den Hengsten bekanntlich eher wahrgenommen, als man sie selbst spürt, dies könnte besonders bei zurückhaltenden Hengsten ein Problem werden (außerdem können Sie in diesem Falle eventuell ungestört filmen und/oder fotografieren, wobei Sie bei der am Schluss stattfindenden Bekanntgabe der Urteile immer noch gern an die Seite Ihres Hengstes gehen dürfen)

- vergessen Sie nicht, wenn Sie am Tage vorher anreisen, eine Box für Ihren Hengst (meist hat der Veranstalter recht kostengünstig gleich in der Nähe der Veranstaltung bereits etliche zur Vermietung bereitgestellt) und an eine Übernachtungsmöglichkeit in der Nähe für Sie und Ihre Begleiter zu buchen

- wenn Sie cleverer Weise am Tage oder Abend zuvor anreisen, können Sie bereits Ihren Hengst in Ruhe mit den Gegebenheiten vor Ort, der Halle, dem Platz und den Bodenverhältnissen bekanntmachen, was nicht unbedingt von Nachteil ist

 auch kann er sich jetzt bereits an die Anwesenheit anderer Hengste gewöhnen

- unter Umständen ist es auch möglich, ein Begleitpferd mit einzustallen, auch haben wir schon mit Ziegen und Esel als Begleiter die Bekanntschaft gemacht (wobei diese NICHT mit in den Ring bzw. die Bahn dürfen)

- klären Sie versicherungsrechtliche Dinge für Ihre Begleiter (meist hat der Zuchtverband zwar eine Versicherung, aber unter Umständen schließt die jeweilige Versicherungsgesellschaft Fremdpersonen oder Dritte aus)

- legen Sie alle Unterlagen, möglichst als Scan oder Kopie nochmals bereit, auch im Zuchtverband geht einmal etwas verloren und die Veranstaltung ist für alle Beteiligten anstrengend

- bei recht sauberen Tieren sollten Sie im Winter auf das Waschen (bis auf das Langhaar) verzichten oder nehmen Sie an einer Frühjahrskörung im Mai teil

- je nach Rasse wird sowohl das Einflechten der Mähne als auch das Offenlassen des Langhaares als positiv bewertet (ein gutes und gepflegtes Erscheinungsbild kann das Körurteil entscheidend verbessern, die Lackierung der Hufe ist allerdings ein heikles Thema, weil oft die Späne der Halle an den Hufen kleben und die ganze Schönheit dann mit einem Schlag dahin ist… besser ist, dies mit Wasser zu reinigen und zu trocknen)

4. Durchführung der Körung

- am Tage der Körung sind Sie wahrscheinlich eher aufgestanden als Ihr Hengst und haben mit Sicherheit auch nicht in Ruhe gefrühstückt (Tip: nehmen Sie „Handfood“ mit, was Sie im Stehen einnehmen können und was nicht belastet, sofern Sie selbst vorstellen) und trinken Sie ausreichend, meist ist man wegen der Aufregung nicht in der Lage, aber bedenken Sie, dass Sie an der Seite Ihres Hengstes recht flott laufen müssen und dies einiges an Flüssigkeit kostet – ein Umkippen der Führungsperson im Ring wäre ein unschöner Zwischenfall für alle)

- legen Sie alle Unterlagen parat (auch die, die Sie für weniger wichtig erachten) und gehen Sie zur Meldestelle, um Ihren Hengst anzumelden

- meist wird die Körgebühr hier in bar fällig, halten Sie die Gebühr möglichst passend bereit und achten Sie darauf, dass keine „größeren“ Scheine gewechselt werden müssen (was meist unmöglich ist und unnötige Probleme im Ablauf gibt), bei einigen Zuchtverbänden ist auch eine EC-Kartenzahlung möglich, die ist aber mitunter durch fehlendes WLAN-Netz ausfällt und auf Lastschrift lassen sich die meisten Verbände heute aufgrund der hohen Rückbuchungsmöglichkeiten durch den „Zahler“ nicht mehr ein

- bei der Anmeldung erhalten Sie den Katalog, die ungefähre Zeiteinteilung sowie die Startnummer Ihres Hengstes, die Sie dann entsprechend den Forderungen des Richterteams am Zaum Ihres Hengstes befestigen

- obligatorisch ist generell eine Vorstellung der Hengste auf Trense (Kandarenzäumung wird als unnötig eingestuft und ist ein Indiz für mangelnde Händelfähigkeit Ihres Hengstes), auf eine Gerte sollten Sie ebenso aus dem vorgenannten Grund verzichten, sie ist jedoch in der freien linken Hand des Vorführers auch nicht verboten

- schauen Sie sich andere Hengste und deren Vorführer an, „stehlen Sie mit den Augen“ so viel Sie können und sprechen Sie ruhig die Meldestelle, das Richterteam und gern auch andere Aussteller an, wenn Sie Fragen haben

- die Reihenfolge an diesem Tag lautet wie folgt:

1. Aufnahme bzw. Identifizierung und Beurteilung der Hengste im Stand (und natürlich stets im Umgang, hier sollte Ihr Hengst nun stolz und zugleich still stehen)

2. meist gleich im Anschluss an die Beurteilung im Stand erfolgt die Musterung auf dem Pflaster (hier ist von Vorteil, den Hengst schnell und zügig im Schritt sowie im Trab zu mustern, viel Schwung und dennoch Taktreinheit zu erzielen – Tipp: üben Sie bereits zu Hause das „Nachtreiben“ durch einen Peitschenführer und nehmen Sie diesen auch auf die Körung und die Musterungen mit)

3. sodann erfolgt meist eine Pause, da zum Einen alle Hengste nacheinander gemäß ihrer Startnummern aufgenommen und gemustert werden

4. nach dem Umzug des Richterteams in die Halle erfolgt nun analog Punkt 1 (teilweise, da keine erneute Überprüfung der Identität und der Papiere) sowie Punkt 2

5. im direkten Anschluss erfolgt das Losschnallen der Hengst aus den Zügeln bzw. Führleinen und die Musterung im Freilauf beginnt (hier sollte der Hengst möglichst schwungvoll und stolz sowie in Taktreinheit an der langen Seite der Bande entlang traben bzw. galoppieren und sich auf das Kommando der Körkommision zum Einfangen sofort greifen lassen)

6. nach Absolvierung der Hallenmusterung und des Freilaufens erfolgt meist bei größeren Teilnehmerzahlen die Mittagspause, allerdings obliegt diese Entscheidung stets dem Richterteam bzw. Körkommision

6. sobald die Hindernisse für das Freispringen aufgebaut sind, werden die dafür prädistinierten Hengste durch das Richterteam aufgerufen und einzeln in die Bahn gebeten

7. hier macht sich dann die ganze investierte Vorarbeit bezahlt, ein ruhiger Arbeitsgalopp mit einer schönen Bascule sowie Schwung und Leichtigkeit an den Hindernissen sorgt hier für gute Noten, auf Anweisung des Richterteams wird der Hengst wieder eingefangen und verlässt die Bahn mit seinem Vorführer und ggf. Peitschenführer (die Anzahl der zu absolvierenden Sprungfolgen obliegt dem Richterteam)

8. nach dem Beiseiteräumen der Hindernisse werden die Hengste nach Ihrer Rasse gruppiert und nach Ihren Startnummern in die Bahn gerufen, da jetzt auch unmittelbar andere Hengste mit in der Bahn sind, macht sich eine gute Erziehung hier bezahlt, achten Sie hier auf einen schwungvollen Schritt und halten Sie zum „Vordermann“, sofern möglich, mindestens 2 Pferdelängen Abstand – es ist bereits vorgekommen, dass ein Hengst den vorderen bedrängte und des Ringes verwiesen werden musste – dies kann das positive Körurteil kosten!)

9. auf Anweisung des Richterteams werden nun die Startnummern der Reihe nach rangiert und in der Mitte auf der Länge der Bahn mit Kopf zu den Zuschauern hin aufgestellt

10. das Körurteil wird für jeden einzelnen Hengst verkündet, mit Heraushebung seiner Stärken und Vorteile bzw. ebenso auf absolut fairer und sachlicher Basis eventuelle Schwächen oder Mängel, ebenso erfahren Sie jetzt, ob Ihr Hengst Prämienhengst wurde und der Körungs- und Reservesieger erhalten Ihre Schärpe oder Ihren Siegerpokal, eine Schleife erhalten alle Körungsteilnehmer, a dies der „festliche Moment“ des ganzen Tages ist, sollte auch und vor allem am Schluss der Veranstaltung auf immer noch sauberes Erscheinen geachtet werden

11. Die Eintragung des Körurteils und der Benotung sowie ggf. der Prämientitel wird nun in die Pässe eingetragen und an Sie als Eigentümer zurückgegeben, bedanken Sie sich höflich beim gratulierenden Richterteam für die gelungene Veranstaltung (es ist tatsächlich ebenfalls recht anstrengend, den ganzen Tag auf den Beinen zu stehen und kritisch zu bewerten)

- machen Sie sich eine Liste der Dinge, die von Ihnen mit in den Stall oder die Halle genommen wurden, es bleiben alljährlich reichlich Dinge liegen, die vergessen wurden

- eine schöne Anerkennung durch den Aussteller an den Stallinhaber ist es, wenn die gemieteten Boxen ordnungsgemäß bezahlt, eventuell sauber hinterlassen werden und dem Stallinhaber ein Wort des Dankes für seine Mühe gegönnt wird

5. nach der Körung

- nach der Körung ist die Angelegenheit jedoch noch nicht vom Tisch: es gibt nun drei Möglichkeiten:

1. Ihr Hengst wurde nicht gekört

2. Ihr Hengst wurde vorläufig gekört (bzw. hat eine zur Bedeckung begrenzte Stutenzahl zugelassen bekommen)

3. Ihr Hengst wurde gekört

-für die Kategorie 1 ergeben sich nun zwei weitere Möglichkeiten, die aber mit dem Zuchtleiter oder Zuchtberater des Zuchtverbandes abgesprochen werden sollten:

a) Sie lassen den Hengst Hengst sein, wenn er allumgänglich und es die Möglichkeit zur artgerechten Unterbringung bei Ihnen oder bei einem Verkauf gibt

b) Sie sind der Meinung, dass er dennoch Vater werden sollte, und lassen ihn in Hengstbuch II (Fehlende Abstammung, fehlerhaftes Exterieur oder auch Interieur, fehlende Hengstleistungsprüfung, Gendefekte etc.) eintragen (in diesem Falle die Kosten überdenken)

- für die Kategorie 2 haben Sie nun diese Möglichkeiten:

a) Sie stellen den Hengst in einem darauffolgenden Jahr erneut zur Körung vor (und hoffen dabei auf eine positive Entwicklung und sichtlich bessere Beurteilung – möglicher Weise lag es an zu jugendlichem oder „stutenhaftem „ Aussehen und Benehmen oder er war noch nicht so händelbar im Umgang, wie man es sich von einem wohlerzogenen Deckhengst wünscht)

b) Sie suchen sich für die zugelassenen Bedeckungen hochdotierte Zuchtstuten aus, welche durchschlagend und überdeckend vererben (sogenannte „Stempelstuten“) und die Ergebnisse bzw. Fohlen werden sehr gut bewertet bzw. prämiert und das Körurteil wird geändert in dauerhaft gekört

c) sie sparen sich die Kosten einer Hengstleistungsprüfung, die für den Fortbestand der dauerhaften Körung unabdingbar ist, da ungewiss ist, ob der Hengst in der Nachkommensprüfung besteht und dann das Körurteil unbegrenzt wird und Sie tragen den Hengst sogleich nach Ablauf der Frist der Vorläufigkeit ins Hengstbuch II ein (dennoch Kosten prüfen!)

-für die Kategorie 3 geht es nun wie folgt, weiter:

  • Sie informieren sich über stattfindende Hengstleistungsprüfungen (HLP) und deren Standards und bilden Ihren Hengst weiter aus bzw. melden ihn sogleich an (meist über den Zuchtverband, aber auch über die Stationen in Deutschland möglich)
  • Nach erfolgreicher HLP arbeiten Sie die Papiere und Unterlagen dazu dem Zuchtverband zu, dieser trägt die Ergebnisse in Datenbank und Equidenpass ein und streicht die HLP-Frist in der Datenbank
  • Nach reichlicher Überlegung möchten Sie Ihren Hengst nicht in einer HLP vorstellen und damit wird er nach Fristende automatisch in HBII zurückgestuft
  • Sie bilden ihn aus oder lassen ihn ausbilden und diese Ausbildung dauert länger, als die HLP-Frist andauert. Dann stellen Sie einen formlosen Antrag auf Verlängerung der HLP-Frist und begründen dies (verlängerte Ausbildung, Verletzung Hengst, Verletzung Reiter sind anerkannte Gründe), sodann wird die Frist einmalig um ein halbes Jahr ab Fristende verlängert
  • Soll Ihr Hengst Prämienhengst werden und ist ein potentieller Anwärter, können sogenannte „Points“ gesammelt werden, die aber in jedem Zuchtbuch bzw. dessen Zuchtbuchordnung aufgelistet sind
  • Ist Ihr Hengst Prämienhengst geworden und soll Elitehengst werden, so beantragen Sie dies formlos beim Zuchtverband und erfragen dort die entsprechenden Bedingungen
  • Die Übernahme in andere Zuchtverbände sollten Sie sich überlegen, wenn Ihr Fremdstutenbestand im Deckeinsatz sehr breit gefächert ist (doppelte Mitgliedsgebühr, allerdings sehr weit verbreitet üblich, dass Hengsthalter in mehreren Verbänden gleichzeitig Mitglied sind)
  • In anderen Verbänden gelten meist andere Maßstäbe für Prämie und Elite sowie auch mitunter die Bezeichnungen STER und Preferent, welche dann meist verbandsabhängig neu beantragt werden müssen und fast immer nicht übernommen werden
  • Erkundigen Sie sich, ob Ihr Zuchtverband Zuchtwertschätzungen vornimmt, meist wird lediglich die integrierte Form vollzogen, weil andererseits nicht genügend breit gefächerter „Vergleichsmaterial“ an Hengsten im Verband vorhanden ist, um der Objektivität und Genauigkeit der Zuchtwertschätzung Rechnung zu tragen
  • Überlegen Sie sich, ob Ihr Hengst an eine Hengststation (wo er nebenbei meist auch professionell gearbeitet wird) verpachtet wird oder Sie alles selbst machen (möchten)
  • Sofern Sie den „Deckbetrieb“ selbst machen, müssen Sie den Pflichten eines Hengsthalters im Zuchtverband nachkommen, Deckscheine und –listen anfordern, ausfüllen und vor allem fristgerecht beim Zuchtverband abgeben
  • Deckhengsthalter unterliegen engeren Kontrollen als Stuten- und Wallachhalter (sowohl vom Zuchtverband her als auch von veterinärseitiger Kontrolle durch die Landkreise etc.)
  • Tipps und Leitlinien zur Hengsthaltung können Sie beim jeweiligen Zuchtverband erfragen
  • Fazit:
  • Es ist generell nicht einfach, zum Titel „Deckhengst, gekörter und leistungsgeprüfter Vererber“, jedoch haben sich schon so manche Spitzenhengste aus kleiner Züchterhand erfolgreich etabliert.

    Für alle Fragen rund um Körung und Leistungsprüfung stehen wir Ihnen natürlich jederzeit zur Verfügung.

    Unknown Autor

    Echa-ESV e.V. 21.02.2016

     

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